KLANGKOSMOS SCHÜTZ.22

Als Heinrich Schütz 1672 im Alter von 86 Jahren starb, markierte das eine Epochenzäsur der mitteldeutschen und europäischen Musikgeschichte. Mit Schütz ging eine erste Blütezeit der Musik zu Ende und hatte ihre frühe Vollendung gefunden - einerseits.

Andererseits hatte er vielfach Weichen gestellt - kompositorisch, ästhetisch, in Bezug auf Musikorganisation und hinsichtlich der Vernetzung einer intellektuellen Avantgarde auf europäischer Ebene -, so dass über seinen Tod hinaus die Musikgeschichte von Buxtehude über Bach, Mendelssohn Bartholdy und Brahms bis in unsere Gegenwart hinein wortwörtlich fundamental von Heinrich Schütz beeinflusst wurde.

Kultur und Geschichte des 17. Jahrhunderts, für die Schütz paradigmatisch steht, weisen immer wieder Parallelen zu unserer Gegenwart auf, sie sind in aufwühlender Weise aktuell - von Krisendiskursen (religiöse und politische Spannungen, Kriege), über Umweltfragen (Kleine Eiszeit, Ernteausfälle, Epidemien), von Innovationsschüben (Erfindungen, technische Revolutionen) bis hin zu Modernisierungsängsten. Leben und Wirken von Heinrich Schütz stehen hier für Zuversicht, Integrität und soziale Verantwortung.

Heinrich Schütz dachte und agierte europäisch, lange bevor dieses Konzept zur Prämisse des Handelns und Zusammenlebens wurde.

Zum 350. Todestag gilt es, den Jahrhundertkomponisten Heinrich Schütz (1585-1672) umfassend und zeitgemäß zu würdigen. Deshalb ist es von immenser Bedeutung, dass der Bundespräsident die Schirmherrschaft über das Festjahr Schütz22 „weil ich lebe" übernommen hat.

Zentrale Regionen der Würdigung sind die Bundesländer Thüringen (Geburtsort), Sachsen (jahrzehntelanger Wirkungsort), Sachsen-Anhalt (Kindheit und Alterssitz) sowie Hessen (Ausbildungsstätte am Kassler Hof, 450. Geburtstag von Landgraf Moritz von Hessen-Kassel in diesem Jahr 2022 als der bedeutendste Mäzen und Förderer von Heinrich Schütz).

Das ist der Grund für das herausragende Projekt, weshalb es erstmals in der Geschichte dieser vier Landesjugendchöre zu einer großdimensionierten Zusammenarbeit im A-Cappella-Bereich kommt – unter der Leitung eines der profiliertesten Künstlerischen Leiter der Rundfunkchöre in Deutschland: Justin Doyle, Chefdirigent des RIAS Kammerchores.

Das Patronat zu dem Projekt Klangkosmos Schütz.22 „weil wir leben" haben die vier Landeskirchen übernommen: Evangelische Landeskirche in Mitteldeutschland, Evangelische Landeskirche Anhalts, Evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens und Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Mit dieser Komponistenehrung können sich die vier Bundesländer selbstbewusst in Europa verorten und publikumswirksam präsentieren.

Tickets unter www.reservix.de und an allen benannten Vorverkaufsstellen.

 

      

Programmheft Kassel & Leipzig

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